Unser Förderkonzept

Fördern in allen Klassen und in der Schuleingangsphase

Das Förderkonzept der Anne-Frank-Schule

Alle unterrichtlichen und außerunterrichtlichen Maßnahmen, Aktivitäten und Projekte an der Anne Frank-Schule, die zu einer sinnvollen Förderung beitragen, werden in unserem Gesamtkonzept beschrieben, mit dem Ziel, alles in ein auf die Kinder abgestimmtes Konzept münden zu lassen.

Dieses Förderkonzept ist auch als ein „Ideenpool“ zu verstehen, aus dem sich jeder bedienen kann. Alles, was sich bewährt hat, wird hier vorgestellt. Das können auch einzelne Maßnahmen sein, die einzelne Kolleginnen erprobt oder auch nur angedacht haben. Wir wollen uns nicht schon mit diesem Schriftstück in allen Teilen festlegen, sondern vieles ist an unserer Schule im Fluss und das ist gut so. Wir haben festgestellt, dass das Sprechen und der Austausch im Team über Förderung mehr Wirkung auf den Unterricht – und damit für die Kinder – hat, als verbindliche Festlegungen, die auch manchmal zu früh die Kreativität einschränken können. Deshalb gilt für unsere Zusammenarbeit im Kollegenteam:

„Wir sprechen miteinander über die beste Förderung der Kinder!“

Wir finden es wichtig, dass die Heterogenität der Kinder als Chance gesehen und die Vielfalt der Begabungen als Herausforderungen verstanden wird. Wir beobachten in unserer schulischen Praxis, dass Kinder unterschiedlich lernen, dass sie unterschiedlich viel lernen, tun und erledigen können, dass sie das, was sie in der Schule tun, sehr verschieden erleben und verarbeiten, dass sie gleiche Ziele zu verschiedenen Zeitpunkten erreichen, dass sie unterschiedliche Lernwege oder Lösungswege finden oder nutzen können.

Angesicht der hohen Heterogenität einer Klasse in einer Grundschule kann der Anspruch eines jeden Kindes auf Förderung seiner Anlagen, Begabungen und Neigungen nur eingelöst werden, wenn nicht der Grundsatz lautet: „Allen das Gleiche“, sondern

„ Jedem das, was er braucht“.

Darüber hinaus sollte der Ausgangspunkt der individuellen Förderung die Stärken des Kindes sein. Die Stärken müssen erkannt und genutzt werden, um die Defizite besser aufarbeiten zu können, denn nur mit Mut und Selbstvertrauen, lassen sich Schwierigkeiten besser angehen. Wir sind der Meinung, dass das Kind aktiv an der Planung der Förderung beteiligt sein soll und lernen sollte, Selbstverantwortung zu übernehmen.

Durch die Vorgaben in Form der bundeseinheitlichen Vergleichsarbeiten in den dritten Schuljahren oder die Kompetenzerwartungen in den Richtlinien und Lehrplänen am Ende der Klasse 4 wird der berechtigte Anspruch, Kinder in einem bestimmten Zeitfenster zu bestimmten Zielen zu führen, sehr deutlich gemacht. Die Umsetzung dieses Anspruches unternehmen wir mit der Entwicklung dieses Förderkonzeptes und einer anspruchsvollen Unterrichtskultur. Dabei machen wir im Unterricht Angebote und locken und laden nach besten Kräften und hoher Fachkompetenz die Kinder zum Lernen ein, auch bei Schwierigkeiten. Trotz dieser Bemühungen können wir den Kindern das Lernen nicht abnehmen, denn hier beginnt auch die Selbstverantwortung der Kinder und Verantwortung der Eltern zur Unterstützung der Kinder. Das Wecken der Verantwortungsbereitschaft für das eigene Lernen bei jedem Kind ist schon Förderung und Forderung!

„Jeder muss lernen, dass er für sein Lernen selbst verantwortlich ist“

Damit eine Förderung gelingt und das eigentliche Ziel nicht verloren geht, braucht es klare, transparente Richtungsvorgaben, die wir in den neuen Lehrplänen sehen. Weiterhin bleiben unsere Ansprüche, dass eine Förderung bei den Kindern ansetzen muss, alle Möglichkeiten des Kindes genutzt werden müssen und die Zukunftschancen für jedes Kind so lang wie möglich offen gehalten werden. Dabei müssen Kinder eingebunden werden, jedes auf die Weise, die es versteht und annehmen kann. Wenn Kinder lernen, sich selbst motivierende Ziele setzen zu können, dann wird auch die Kraft entstehen, die aus einer klaren selbstgewählten Zielsetzung entstehen kann. Das können sehr kurzfristige oder scheinbar einfache Ziele sein, die sich durch viele kleine machbare Schritte erreichen lassen. Aber auch die Anforderung durch besonders schwierige Aufgaben, wenn am Beginn der Arbeit das Ergebnis noch nicht abzusehen ist, motiviert auf eine andere Art und Weise. Auch das kann ein individuelles Ziel sein, sich solchen Aufgaben zu stellen.

An dieser Stelle ist keine vollständige freie Wahl der Ziele gemeint, die gibt es in Schule nicht. Der schulische Auftrag setzt Grenzen bei der Zielsetzung, aber die mögliche Wahlfreiheit in Schule wirklich zu nutzen, macht hier besonders Sinn, weil sich die Motivation und Eigenaktivi- tät bei Kindern um ein Vielfaches erhöht, als wenn die Lehrperson immer den Stoff vorgibt und in kleine Schritte für das Kind einteilt, ohne es zu fragen oder einzubeziehen.

„Individuelle gewählte Ziele – in klaren Grenzen – bewegen.“

Fördern heißt vor allem auch, Kinder zu stärken, ihnen Mut zu machen, ihr Selbstwertgefühl und ihr Selbstvertrauen, ihre Leistungsfreude und ihren Leistungswillen zu stärken.
Eine auf Funktionstraining verengte Sichtweise übersieht die Ganzheitlichkeit des kindlichen Lernens und der kindlichen Entwicklung, übersieht die Grenze des schulischen Bemühens und akzeptiert nicht den Anspruch des Kindes auf individuelle Entwicklung sowie sein Recht, so zu sein wie es ist. Unterschiede auszuhalten und zu akzeptieren ohne Ausgrenzung bleibt bei aller Förderung und Bemühen um gute Bildungsleistungen eine wichtige menschliche Fähigkeit, die bei allen Bildungsoffensiven nicht vergessen werden darf. Mit der Akzeptanz der Unterschiede der Menschen in sozialen Gruppen – auch bei schulischen Gruppen – steigt die Leistungsbereitschaft und –fähigkeit aller Kinder und Menschen. Das Klima ist entscheidend, das hat nichts mit „Kuschelpädagogik“ zu tun, sondern dieser Ansatz nimmt die Ist-Zustände genau wahr und entwickelt daraus eine Herausforderung, die Kinder auch bewältigen können, ohne dass der Einzelne, der Schwierigkeiten hat, durch den Druck einer Gruppe in eine Außenseiterrolle kommt.

„Unterschiede sind normal!“

Wir sind an der Anne-Frank-Schule zu der Überzeugung gekommen, dass der Anspruch nach individueller Förderung nicht durch Individualisierungskonzepte (jedes Kind arbeitet überwiegend alleine an verschiedenen Lerngängen an unterschiedlichen Stellen) eingelöst wird, sondern jedes Kind soll mit anderen zusammen und sie gefördert und gefordert werden. Nicht nur der Einzelunterricht oder das von der Lehrerin für jeden Schüler entwickelte eigene Lernprogramm bilden das anzustrebende Ideal, sondern das Förderkonzept unserer Grundschule beinhaltet immer auch soziales Lernen: Lernen von und mit anderen Kindern.

Erfolgreiche Förderung des Kindes ist somit nicht (allein) ein Ergebnis der optimalen Passung zwischen Kind und Lernziel, sondern auch Ergebnis einer sozialen Interaktion unter den Kindern. Kinder lernen am Modell (Vorbild) und das Modell ist nicht nur die Klassenlehrerin, sondern in einem viel größerem Maße die Mitschülerinnen und Mitschüler. Besonders begabte Kinder können gerade ihre Kompetenzen und Begabung für andere Kinder im Unterricht einsetzen, indem sie Helfer oder Experten für andere werden. Unterschiede nutzen, indem man voneinander lernt, heißt immer auch Begabungen zu fördern und zeigen zu dürfen. Mobbing wird in so einem Unterrichtsklima die Ausnahme bleiben, denn

„Gemeinsam geht es besser!“

Unser Schulsystem führt die Kinder noch zu diesem heutigen Tag in einem dreigliedrigen Sys- tem nach dem vierten Schuljahr weiter. Diese Differenzierung zeigt an, dass die Heterogenität nicht wegnivelliert werden kann. Ob diese Art der Differenzierung eine Zukunft hat, muss an einer anderen Stelle diskutiert werden. Aber wir stellen fest:

„Jede Förderung hat immer natürliche Grenzen“

Förderung ist möglicherweise abhängig von: Zeit, Vorerfahrungen, Begabung, Motivation, finanzielle Mittel, personelle Unterstützung, räumliche und sachliche Rahmenbedingungen und …und…und…! Eigene und fremde Grenzen muss jeder Einzelne sehen und akzeptieren lernen, um dann in einem nächsten Schritt an seinen eigenen Grenzen weiterarbeiten zu können.

Bei der gesamten Konzeptarbeit und den vielen Diskussionen in den Arbeitsgruppen an unserer Schule stellten wir fest, dass es für eine erfolgreiche Förderung noch einige wichtige zusätzliche Rahmenbedingungen braucht.

Die Schuleingangsphase

Die Schuleingangsphase wird ab dem Schuljahr 2007/2008 an der Anne-Frank-Schule mit jahrgangsbezogenen Klassen (normale Regelklassen – erstes und zweites Schuljahr getrennt) geführt. Am Anfang des Schuljahres werden alle schulpflichtigen Schulneulinge und Antragskinder, die schulfähig sind, in ein erstes Schuljahr aufgenommen und steigen ohne Versetzung am Ende des Schuljahres in ein zweites Schuljahr auf. In den zwei ersten Schuljahren gibt es für die Kinder die Möglichkeit einer unterschiedlichen Verweildauer:

  • Die meisten Kinder verbleiben zwei Jahre in der Schuleingangsphase, d.h. sie durchlaufen ein normales erstes und zweites Schuljahr.
  • Die langsam lernenden Kinder können je nach Lernfortschritt drei Jahre in der Eingangsphase verbleiben. Dann wiederholen sie je nach Bedarf das erste oder zweite Schuljahr. Die Wiederholung wird in der Regel am Ende des zweiten Schuljahres von der Versetzungskonferenz nach Anhörung der Eltern entschieden. Im Verlauf des zweiten Schuljahres kann es aber auch zu einem Rücktritt in die erste Klasse kommen, wenn das Kind nicht mehr in der bisherigen Klasse erfolgreich mitarbeiten kann. Eltern werden rechtzeitig darüber informiert und zusammen mit der Klassenlehrerin werden die Vorteile für einen Rücktritt in das erste Schuljahr überlegt. Der Rücktritt kann nur auf Antrag der Eltern geschehen. Über diesen Verbleibantrag entscheidet die Klassenkonferenz als Versetzungskonferenz.
  • Sehr schnell lernende Kinder können die beiden ersten Schuljahre in einem Jahr durchlaufen. Diese Möglichkeit kann ganz flexibel gestaltet werden, denn diese Kinder erhalten in ihrem Klassenverband schon die Möglichkeit, am Stoff der nächsthöheren Klasse zu arbeiten. Sollte das Kind in allen Bereichen überdurchschnittliche Leistungen zeigen, dann wird auch die Möglichkeit eines Wechsels in die höhere Klasse überlegt.

Die Förderung aller Kinder steht im Vordergrund. Alle Kinder sollen ihrem Lerntempo entsprechend gefördert werden und möglichst in ihrer Lerngruppe verweilen. Um das gewährleisten zu können, haben wir verschiedene Fördermaßnahmen eingerichtet.

Zentrale Maßnahmen in der Schuleingangsphase sind:

  • ein Screening aller Kinder in den ersten Schulwochen
  • eine individuelle Förderplanung
  • die Einrichtung von Fördergruppen im Rahmen des Förderbandes für die jeweiligen Lernbereiche, indem die Kinder Auffälligkeiten zeigen, z.B. Motorik, Wahrnehmung, Konzentration und Mengenerfassung
  • Einzelförderstunde
  • Förderunterricht der Klassenlehrerin mit kleineren Gruppen der Klasse

Die Kinder können dann in diesen kleinen Gruppen oder in Einzelförderung mehrfach in der Woche ihre Fähigkeiten, Fertigkeiten und Kompetenzen erweitern. Grundlage für die Schwerpunktsetzung und Dauer der Fördermaßnahme als auch die Gruppenzusammensetzung ist eine eingehende Diagnose, das Screening.

Anstehende Veranstaltungen:

  1. Adventsnachmittag in der Anne Frank Schule

    Sonntag, 17. Dez
  2. Zeugnisausgabe

    Freitag, 2. Feb von 08:00 bis 11:00
  3. Schulsitzung

    Donnerstag, 8. Feb von 09:00 bis 11:00
  4. Aktion Brotkorb

    Montag, 19. Feb bis Freitag, 23. Feb
  5. Schulpflegschaft

    Dienstag, 10. Apr von 20:00 bis 22:00

Unser Förderkonzept zum Herunterladen:

Foerderkonzept-1

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